Interviewbände, Artikelsammlungen
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Interviewbände



"E tu chi eri? Interviste sulla infanzia"
Das Buch ist eine Zusammenstellung von 26 Interviews, die sie zwischen 1968 und 1972 mit verschiedenen Personen aus dem literarisch- künstlerischen Bereich geführt hat, in deren Mittelpunkt Fragen an die Kindheitserinnerungen und ihre Bedeutung für deren weiteres Leben stehen. Neben den schon erwähnten Interiews mit Moravia und Pasolini hat sie auch einige Autorinnen, die sie bewundert befragt: Anna Maria Ortese, die aus ärmlichen Verhältnissen stammte und in Neapel aufwuchs und die wie Maraini schon jung zu schreiben begann und Lalla Romano, ähnlich wie Dacia Maraini Lyrikerin und Romanautorin, in deren Werk autobiografische Elemente eine bedeutende Rolle spielen.

"Der junge Alberto - Gespräche mit Alberto Moravia"
1986 erschien ihr Gesprächsband mit Alberto Moravia über seine Kindheit. Ein Unterfangen, dem der Autor sich nur widerwillig beugte. Immer wieder wich er ihren Fragen aus. Sie befragte ihn nach seinem Elternhaus, seinen Großeltern und weiteren Verwandten, nach seinen Erinnerungen an Ferien und kindliche Freunde sowie erste Erfahrungen mit Sexualität und seine Beziehung zu Frauen. Ergänzt wird dieses Interview mit zwei Interviews seiner Schwestern. Obwohl Dacia Maraini ihn durch ihre Beziehung gut kannte, nahm sie in diesem Gespräch mit ihm die Rolle einer distanzierten Journalistin ein: unbeirrbar und kühl aber immer insistierend. Christoph Klimke schreibt in seinem Nachwort: "Dacia Maraini dirigiert Moravias Erinnerungsfluß mal verhalten, mal bestimmt und macht so indirekt deutlich, auf was es ihr ankommt." Aus dem Italienischen von Traute Rafalski. Mit einem Nachwort von Christoph Klimke 1987

Tagebücher der Eltern



Ein Schiff nach Kobe, Das japanische Tagebuch meiner Mutter

Übersetzung: Eva Maria Wagner


In liebevoller Aufmachung - mit zahlreichen Bildern und Originalabdrucken der Tagebuchseiten - präsentiert sie Teile der Tagebücher ihrer Mutter, die sie in den Jahren 1938 bis 1941 schrieb. "Mein Vater übereichte mir eines Tages diese Tagebücher mit den Worten; sie haben viel mit dir zu tun, nimm du sie", schreibt Dacia in der Einleitung des Buches und damit wird zugleich das Ziel des Buches umrissen - der Auftrag herauszufinden, in welcher Weise sie diese Erfahrung geprägt hat. Die Mutter schildert die Strapazen der langen Schiffsreise, die von Oktober bis Dezember dauerte. Die Tochter erinnert sich an den geräumigen Speisesaal, die weißbehandschuhten Kellner und sie glaubt, dass ihre Liebe zu Romanen, in denen das Meer eine Rolle spielt, in dieser frühen Reiseerfahrung begründet liegt. und die Anpassung des Familienlebens an neuen Lebensverhältnisse. Japanische Speisen, Trachten und Spielsachen, die Tochter erzählt davon, dass es ihr wichtig war "japanisch zu sein" - so zu sprechen und auch so gekleidet zu sein. Die Geburt ihrer beiden Schwestern verändert die Situation. Yukis Geburt wird von der Mutter in spärlichen Worten notiert und die Autorin verweist darauf, dass die Eltern sich eigentlich nun einen Jungen gewünscht hätten "ein Schatten auf ihr kleines Kinderleben" stellt sie zu recht fest, denn diese Erfahrung, die viele Mädchen machen müssen, die eigentlich "lieber ein Junge hätten werden sollen" führt bei den Betroffenen häufig dazu, ihr ganzes Leben diesen "Mangel" kompensieren zu wollen. Ihre jüngste Schwester wird zwei Jahre später geboren, kurz darauf werden sie in das Konzentrationslager eingewiesen, nur noch spärliche Notizen der Mutter und Schilderungen der Tochter über Hunger, Ungeziefer und Schikanen sind aufgezeichnet.


Il gioco dell'universo - Dialoghi immaginari tra un padre e una figlia, 2007, Milano


Der Vater hinterlässt der Tochter große quadratische Seiten mit winziger Schrift, aus denen die Tochter versucht, die Persönlichkeit des berühmten, schönen, schrulligen, neugierigen Vaters, der gierig nach Leben, Wissen und Erfahrungen, war zu rekonstruieren. Das Tagebuch enthält Beobachtungen über Sprache, Geschichte, Religionen, Sitten, durchsetzt mit Gedichten. Fosco maraini hatte vielfältige kulturelle Interessen und einen ausgeprägten Wunsch nach Abenteuer. Er liebte die Natur und besonders die Berge. In Zusammenarbeit mit dem italienischen Alpenvereins (CAI), bestritt er alpine Skitouren, von denen die Tochter in verschiedenen Büchern berichtet und beim Lesen der Seiten des Vaters erinnert sie sich wieder an frühe Skiausflüge. Im Jahr 1934 veröffentlichte er einen Leitfaden für Skifahrer Abetone (Florenz 1934) Ein weiteres wichtiges Interesse des Vaters war die Fotografie seine unzähligen Fotografien kann man im Internet ansehen!(sucche Fosco Maraini) Sie liest die Seiten des für sie so wichtigen Menschen mit Bewunderung und Sehnsucht, mit unendlicher Liebe und gequält von ein wenig Eifersucht.




Nachforschungen über Emma B.
Übersetzung: Sigrid Vagt
Dacia Maraini betrachtet in diesem Buch den Roman Gustave Flauberts in einem neuen Licht: Ausgehend von der eigenen Leseerfahrung untersucht sie die Darstellung der Frau neu: "Auch ich als gierig und naive Leserin habe bei der ersten Lektüre in Madame Bovary eine mutige, leidenschaftliche Frauengestalt gesehen, der ich mich auf meinen geistigen Spaziergängen gern anschloss... Erst Jahre später, als ich Flauberts wunderschönen, sinnlichen Roman wiederlas, wurde mir bewusst, wie viel Abneigung Emma Bovary entgegenschlägt, wieviele Elend der Autor ihr aufbürdet und dass er nicht eine einzige gute Eigenschaft an ihr zu finden vermag."(S.8) Die Autorin versucht heraus zu finden, wo die Motive für die von ihr empfundene Darstellungsweise liegen, dazu durchforscht sie die Briefe seiner Geliebten Louise Colet und anderes material. Dass sie zu einer gänzlichen Neubewertung des Buches kommt, ist nicht verwunderlich.

Der blinde Passagier an Bord - Nachdenken über ein nie geborenes Kind
Übersetzung Viktoria von Schirach
Ausgangspunkt des Buches ist die Frage, was sich für eine Frau durch eine Schwangerschaft verändert - wie ein blinder Passagier an Bord - und sie stellt aucvh die Frage, was der Abbruch einer Schwangerschaft bedeutet. Dabei setzt sie sich mit dem Körper der Frau, der Selbstwahrnehmung und den Zuschreibungen auseinander, mit dem pornographischen Körper, stellt die Frage, warum Frauen zu Komplizen ihrer sexuellen Tyrannen werden, warum sie ihren Körper wie im Schaufenster zur Schau stellen und auch mit dem Mythos der Prostituierten als sexuell emanzipierte Frauen.

"I giorni di Antigone" - Quaderno di cinque anni, 2006
In dem Buch legt sie eine Sammlung von Artikeln vor, die in den vergangenen Jahren u.a. im Corriere della Sera und im Il Messaggero erschienen sind und sich mit aktuellen Themen wie die Sterbehilfe, Texten des heutigen Papstes über die Rolle der Frau in der Gesellschaft, dem Menschenhandel und der Prostitution befassen.


La Ragazza di Via Maqueda, Milano 2009
Ihre 2009 veröffentlichen Band von Erzählungen "La ragazza di Via Maqueda" ist eine Art Reise in Form einer Artikelsammlung durch die Zeit und die Orte, die für sie bedeutend waren. Sie handeln von ihrer eigenen Jugend, von ihren Begegnungen mit Moravia, Pasolini und der Callas. Der Band enthält Erzählungen, die in den Regionen angesiedelt sind, in denen sie lebte und gegenwärtig lebt und kritische Beiträge zur gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung.

La seduzione dell'altrove
"Ich bin reisend geboren worden. Das wußte ich aber erst viel später," so Dacia Maraini. Dieser Band enthält Reportagen von Reisen, Erzählungen und Artikel, die den Lesern ein farbiges Bild der Welt, wie sie sie sieht anbietet. Ihre Reisen in die Savannen Afrikas, in dievon Dioxindunst vergifteten Elendsviertes, in den Orient, der seine Wurzeln zu vergessen scheint und in die reichen Universitäten der USA. Es bleibt jedoch nicht bei der Wiedergabe von Reiseeindrücken: die Autorin analysiert die Kultur und die gesellschaft und blickt hinter die Fassaden, schildert die Konflikte, erzählt von neuer Spiritualität, neuen Projekten. Dabei bezieht sie Impressionen und Erlebnisse bedeutender Autorinnen und Autoren wie Marguerite Yourcenar und Henri James un vieler anderer mit ein.

Dentro le parole - Aforismi e pensieri, Cava d' Tireni 2005
zusamengestellt von Gioconda Marinelli
Die Herausgeberin hat aus dem Werk Marainis Aphorismen und Gedanken zu verschiedenen Themenbereichen zusammen gestellt: (u.a.)Die Liebe ist eine Kohlmeise, Frauen sind keine Engel, Sex und Angst, der sexuelle Raub, Die Wahrheit eine Freude? Negative Helden, Der Geschmack des Reisens, Schreiben ist wie Brot backen, Das Gedächtnis als Hafen, der verjüngende Mord



Sulla Mafia
Persönliche Anmerkungen zum Thema Mafia, mit der sie sich immer wieder in ihren Artikeln im "Corriere della Sierra" von Juni 1992 bis zum Dezember 2008 auseinander gesetzt hat. Außerdem befindet sich in dem Band eine Erzählung sowie im letzten Teil ein Interview mit Paolo Di Paolo, in welchem sie auch auf Roberto Saviano, Autor des Buches "Gomorra" eingeht.
Dacia Maraini in cucina - Duftnoten zwischen den Zeilen
heißt das im Herbst 2011 erschienene Buch. Es handelt sich jedoch um kein Kochbuch - nur einige wenige Rezepte sind abgedruckt - sondern vielmehr um eine Sammlung von Textpassagen aus den Büchern der Autorin, die Küche immer als Kultur verstanden hat ( und schreiben immer auch als einen sinnlichen Vorgang, bei dem die Erinnerung an Düfte, Farben und Klänge eine wichtige Rolle spielen). Sie schreibt über Düfte, Ess- und Tischgebräuche und natürlich über Speisen.




Dacia Maraini und Paolo Di Paolo
Ho sognato una stazione, Gli affetti, i valori, le passioni - Conversazione von Paolo di Paolo, 2005
Im Gespräch mit dem italienischen Autoren reflektiert sie ihre vom Krieg geprägte Kindheit, ihren Wunsch zuzuhören und selbst Geschichten erzählen. Sie spricht über ihre Arbeit im Theater, ihre Reisen und über ihre politisches Engagement.Außerdem enthält der Band Passagen aus ihren Hauptwerken und eine Würdigung der Autorin. Der Band enthält zahlreiche Fotografien.

"Grande Festa" Der Titel mag manche Leser zunächst in die Irre führen. Er greift eine Bemerkung von Philippe Ariès auf, der in seiner Geschichte des Todes das Leben jenseits des Irdischen Lebens als grande fête, als großes Fest, bezeichnet hat. In der Tat handelt es sich bei diesem Buch Marainis um Erinnerungen an ihre verstorbenen Lieben, an ihr ungeborenes Kind, das sie im fünften Monat verlor, an ihre Schwester Yuki, an Alberto Moravia, an Pier Paolo Pasolini und vor allem an ihren letzten Lebensgefährten Giuseppe Moretti, um Reflexionen über Krankheit, Alter, das Sterben geliebter Menschen. Im Austausch mit einer Art Alter Ego, der Freundin und Philosophin Josefa werden brisante Fragen wie Sterbehilfe, Jenseitsglauben u.a. mehr diskutiert." Martha Kleinhans (Uni würzburg, Incontro con Dacia Maraini, Juni 2013

Im Jahr 2000 wurde "Dedica a Dacia Maraini" veröffentlicht, ein Band mit vielen Beiträgen bekannter Autorinnen und Autoren veröffentlich, u.a. Antonio Tabucchi, Roberto Faenza , Liliana Cavani, Luca Ronconi. Claudio Magris eröffnet den Band mit folgende Worten: "Wenn ich an Dacia Maraini denke, an ihre Person, an ihr Werk, kommt mir sofort eine Vorstellung, ein Gefühlsausdruck ihres Wesens in den Sinn: Freundlichkeit () die aus einer bestimmten Zartheit ihrer Seele und ihres Herzens entsteht, das offen und sensibel ist für die die Menschheit einengenden Zwänge,(..) aber vor allem auch ihre Liebe zum Leben und seinen Geschöpfen".(Übersetzung EL)
Il respiro leggero dell'Abruzzo. Scrittori famosi raccontano le terre abruzzesi (Der sanfte Atem der Abruzzen - berühmte Autoren erzählen über die Abruzzen)
Dieses Buch ist durch die Zusammenstellung von Texten von Ovid bis Gregorovius, von D'Annunzio bis Croce, von Gadda zu Natalia Ginzburg ein literarischer Reiseführer durch die Abbruzzen, der den Duft und die Aromen dieser Region ins Gedächtnis ruft.
  • in Sammelbänden:
  • Madri e figlie. Ieri e oggi (Dacia Maraini, Anna Salvo, Silvia Vegetti Finzi)